Einhandmesser

– Jetzt reichts!

Messer

Gentleman-Knive gefunden imMesserdepot

Wenn Sie dieses Messer in Ihrem Auto aufbewahren und auch im Fahrzeug sitzen, sind Sie dran!

Nicht, daß es so groß ist – das hier abgebildete Messer hat eine Klingenlänge von 7 cm und ist damit so lang wie eine Zigarette. Es kommt – wie so häufig – nicht auf die Länge an, es ist ein Einhandmesser mit feststellbarer Klinge.

Der Gesetzgeber hat zu diesem winzigen Taschenmesser eigene Vorstellungen:

§ 42a Verbot des Führens von Anscheinswaffen und bestimmten tragbaren Gegenständen

(1) Es ist verboten
1.
Anscheinswaffen,
2.
Hieb- und Stoßwaffen nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 1.1 oder
3.
Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm
zu führen.
(2) Absatz 1 gilt nicht
1.
für die Verwendung bei Foto-, Film- oder Fernsehaufnahmen oder Theateraufführungen,
2.
für den Transport in einem verschlossenen Behältnis,
3.
für das Führen der Gegenstände nach Absatz 1 Nr. 2 und 3, sofern ein berechtigtes Interesse vorliegt.
Weitergehende Regelungen bleiben unberührt.
(3) Ein berechtigtes Interesse nach Absatz 2 Nr. 3 liegt insbesondere vor, wenn das Führen der Gegenstände im Zusammenhang mit der Berufsausübung erfolgt, der Brauchtumspflege, dem Sport oder einem allgemein anerkannten Zweck dient.

Ich kenne keinen Verteidiger, und auch keinen Strafrechtler, der diese Regelung für verfassungsgemäß hält. Sie ist schlicht unbestimmt, keiner der Normadressaten kann wissen, ob er nun ein berechtigtes Interesse beim Führen unseres oben gezeigten Taschenmessers verfolgt oder es einem allgemein anerkannten Zweck dient oder schlichtweg verboten ist.

Sie denken, das ist doch alles kein Problem, die Polizei, spätestens der Staatsanwalt oder der Richter, aber wirklich allerspätestens das Oberlandesgericht wird es schon richten?

Ein Kfz-Mechaniker, der derartige Messer auch während seiner Arbeit benutzt, wurde mit zwei dieser Messer im Seitenfach der Fahrertür anläßlich einer allgemeinen Verkehrskontrolle angetroffen, gegen das Urteil des Amtsgerichtes erhob er eine Rechtsbeschwerde zum Oberlandesgericht Stuttgart, das entschied:

  1. § 42 a Abs. 2 S. 1 Nr. 3, Abs. 3 WaffG, wonach das Führen eines Einhandmessers erlaubt ist, wenn dies einem allgemein anerkannten Zweck dient, genügt dem Bestimmtheitserfordernis des Art. 103 Abs. 2 GG.
  2. Das Führen eines Einhandmessers in einem Pkw durch eine Privatperson, um damit in einem eventuellen Notfall den Sicherheitsgurt durchschneiden zu können, dient keinem allgemein anerkannten Zweck i. S. d. § 42 a Abs. 3 WaffG
    – OLG Stuttgart Beschluß vom 14.6.2011, 4 Ss 137/11

Nebenbei bemerkt: Nach der EG-Verordnung, die die Vorschriften für die Zugangskontrolle der Passagiere in die Flugzeuge festlegt, ist nichts dagegen einzuwenden, daß Sie ein Messer mit einer Klingenlänge bis zu 6 cm mit an Bord nehmen.

Anlage zur VERORDNUNG (EG) Nr. 2320/2002 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 16. Dezember 2002 zur Festlegung gemeinsamer Vorschriften für die Sicherheit in der Zivilluftfahrt über die Leitlinien für die Einstufung von verbotenen Gegenständen:

  • ii)
    • Messer und Schneidwerkzeuge: Dazu gehören auch Säbel, Schwerter, Teppichmesser, Jagdmesser, Andenkenmesser, Kampfsportgeräte, Werkzeuge und andere Messer mit Klingen ab 6 cm Länge und/oder Messer, die nach einzelstaatlichem Recht verboten sind.
      EG-VO 2320/2002

Die Kontrolleure nutzen zur Messung meist ihre ID-Karte mit einer Kantenlänge von 6 cm.

Aus EG-Sicht spricht nichts gegen eine Mitnahme dieser Messer ins Flugzeug, bei uns sind es verbotene Gegenstände.

Wie Richter ihr Handwerkszeug nutzen, um sich zu Gesetzgebern aufzuschwingen, zeigen die nachfolgenden Zitate aus dem Beschluß des OLG:

(2) Dem Gesetzgeber ging es bei der Schaffung des Verbots, Einhandmesser zu führen, um eine Eindämmung von Gewalttaten mit Messern (BT.- Drs. 16/8224, S.17). Die zugrundeliegende Gesetzesinitiative wurde als Beitrag gesehen, „im Interesse der inneren Sicherheit gefährliche Messer wirksam aus der Öffentlichkeit zu verbannen“ (BT.-Drs. 16/7717, S. 39). Die das Gesetz maßgeblich tragenden Koalitionsfraktionen betonten, es sei „nötig, das öffentliche Führen von Einhandmessern … generell zu verbieten“ (BT.-Drs. 16/8224, S.21). Die Absätze 2 und 3 regeln, so die Absicht des Gesetzgebers „die für den Alltag erforderlichen Ausnahmeregelungen, um den sozialadäquaten Gebrauch von Messern nicht durch das Führensverbot zu beeinträchtigen“ (BT.-Drs. 16/8224, S.18). Damit wollte der Gesetzgeber praktischen Bedürfnissen Rechnung tragen (Heller/Soschinka a.a.O. Rn.523).

Nach dieser Entstehungsgeschichte ist die Ausnahmevorschrift des Abs. 2 i.V. m. Abs. 3 restriktiv auszulegen, um den Zweck der Neuregelung zu erreichen und diesen nicht durch Ausweichverhalten bzw. Uferlosigkeit der allgemein anerkannten Zwecke zu gefährden (so auch sinngemäß („im Zweifel für die Sicherheit“) der Abgeordnete … für die Bundestagsmehrheit, Plenarprotokoll Dt. Bundestag, 16. Wahlperiode – 146. Sitzung, 22. Februar 2008, S.15452).

Durch die Formulierung „dient“ verlangt die Ausnahmeregelung des Abs.3 eine als sozialadäquat zu beurteilende Konnexität zwischen dem Führen derartiger Messer und dem allgemein anerkannten Zweck (vgl. Steindorf/Heinrich/Papsthart a.aO. Rn.3c). Sozialadäquat ist eine übliche, von der Allgemeinheit gebilligte Handlung (BGHSt 23, 228). Sie bewegt sich im Rahmen der normalen, geschichtlich gewordenen sozialen Ordnung des Lebens (Schönke/Schröder, StGB, 28. Aufl., Vor. §§ 13ff Rn.69). Dass allein der Zweck an sich „allgemein anerkannt“ ist, reicht nicht aus. Insoweit besteht in der Literatur – soweit ersichtlich – auch Einigkeit, dass der Zweck, sich verteidigen zu wollen, ohne besondere im Einzelfall hinzutretende Gesamtumstände regelmäßig nicht genügt (Gade a.a.O. S.51; Ostgathe, Waffenrecht kompakt, 4. Aufl., S.95). Für den „allgemein anerkannten Zweck“ i. S. d. Abs.3 bedarf es eines hinreichend konkreten Anlasses, der ein bestimmtes, gesellschaftlich akzeptiertes Verhalten rechtfertigt; nur bei einem hinreichend konkreten Anlass ist es möglich, den Zweck nachzuprüfen (Ostgathe a.a.O.). Nicht ausreichen kann daher das Führen des Einhandmessers zu nicht näher bestimmten Anlässen bzw. – so wie hier – lediglich zum Zweck etwaiger Eventualfälle (Ostgathe a.a.O.). Auch nicht ausreichen kann ein lediglich nachvollziehbares Individualinteresse. Anderenfalls würde letztlich das vom Gesetzgeber gewünschte generelle Verdrängen derartiger Messer angesichts von Ausnahmen in einer unüberschaubar großen Zahl von Sachverhaltsvarianten faktisch leerlaufen (Gade a.a.O. S.50).

Hinzu kommt, dass zwar der Zweck, im Notfall im Privat- PKW den Sicherheitsgurt durchschneiden zu können, allgemein anerkannt und gebilligt sein mag, das Mitführen eines Einhandmessers durch einen Privatmann für einen derartigen Eventualfall allerdings weder üblich bzw. geschichtlich gewachsen ist noch einem praktischen Bedürfnis entspricht. Für diesen Zweck gibt es spezielle Gurtschneider, die gerade keine Einhandmesser sind.

Packt man sich ein feststehendes Messer mit einer Klingenlänge von 10 cm in die Seitenablage des Autos, ist alles in Ordnung; wehe, es ist ein Klappmesser mit 4,7 cm Klingenlänge, das sich mit einer Hand öffnen läßt und die Klinge arretiert.

Sie wollen einen Kämpfer gegen so viel Unsinn kennenlernen?

227 Antworten auf Einhandmesser

  1. erwin sagt:

    >>Noch ein Irrsinn dieses Gesetzes: eine Axt darf geführt werden! Wenn dann noch die Schneide am Blatt, die Schärfe, nur bis 6,5 cm breit ist verfängt auch das Argument der bedingten Maximallänge nicht.<<

    6,5?

  2. Peter sagt:

    Ich muss täglich viele Kartonagen, Folienbeutel, Verpackungsschnüre etc. öffnen und habe dazu immer ein kleines Einhandmesser genutzt, da die Klinge arrettiert und bei der Arbeit oft nur eine Hand frei ist. Die alternativen Cuttermesser waren mir in der Hosentasche immer zu scharf ist und ließen sich in der Regel zu leicht rausschieben. Das hat oft zu kaputten Hosentaschen geführt. Muß ich nun wieder auf die Cuttermesser zugreifen oder wie stellt sich der Gesetzgeber das vor?

  3. Christian sagt:

    Wie sieht die Sache mit einem Marlspieker (Seglermesser) aus ? Einhand- arretierbare Klinge und ein feststellbarer Dorn, 80mm. Frei verkäuflich.

  4. Paul sagt:

    Ich versteh bis heute nicht, was ein balisong illegaler als ein fucking katana macht…

  5. sebastian sagt:

    Paul Ganz einfach das eine lässt sich super verstecken und schnell öffnen was es in der USA ja nicht ohne Grund so bleibt bei Gangs und co gemacht hat die damit oft leute bedroht haben . Ein Katana kann man aber wegen seiner länge definitiv nicht verstecken und erst recht nicht heimlich in der Hand Führen , sprich man erkennt es sofort und wird relativ schnell verhaftet .

    Das selbst ist ja auch das problem von Klappmessern während feststehende weniger Problematisch sind

  6. Karl-Heinz Lüth sagt:

    Deutschland, Deutschland über alles, wie tief bist du gesunken ! Ich muss Angst haben, von einem Terroristen ( ohne Waffenbesitzkarte und Waffenschein ) erschossen zu werden, darf aber kein Messer im Auto haben, mit dem ich im Notfall Menschen retten kann! Irgendwie haben die verantwortlichen Gesetzgeber den Knall wohl nicht mehr gehört ! ! !

  7. Gustav Jahn sagt:

    Ich bin 30 Jahre lang mit meiner Frau mit dem Auto in die „Pilze“ gefahren – da
    braucht man ein scharfes kleines Messer. Genau so ein`s wie oben beschrieben
    und ein altes angeschliffenes Armee – Stilett hatten wir immer bei. Ich freue mich über die Ehre, so lange schon Straftäter gewesen zu sein. Die Justiz hat inzwischen schon so einen Knall an der Birne, dass es beängstigend ist. Die sollen lieber sicherstellen, dass die SEK`s nicht so viele unschuldige(Rentner) abknallen!!!

  8. Gunter Schneider sagt:

    Habe nach dem Ableben meines Schwiegervaters, er war schwerbehindert (hatte im 2.Weltkrieg seinen linken Arm verloren), ein „Schwammemesser“ nach o.g. Kriterien geerbt. Ich hatte es für selbigem Zweck immer im Auto deponiert. Bin nun sehr hellhörig geworden und habe es entfernt. Ich kann nur noch den Kopf schütteln. Mein Schwiegervater und ich sind somit lange Zeit Straftäter gewesen – lachhaft!

  9. martin sagt:

    wie ist das eigentlich mit dem Handwerkszeug/Messerset.

    es hat eine klingenlänge von 17 cm, ist ab dem 31.01.2017 frei verkäuflich.

    kann mir dort jemand einen Tipp geben wie das dort geregelt ist.

  10. Stefan A. sagt:

    Das ist so typisch in Deutschland, da hat man mal ein super praktisches Allroundwerkzeug und dann wird es verboten weil es angeblich gefährlich ist. Ich bin seit Jahren bei der Feuerwehr und habe immer ein Einhandrettungsmesser dabei, welches schon unzählige Male zum Einsatz kam. Und daran wird sich auch nichts ändern.
    Falls es dann aber doch mal einen unserer Gesetzesvertreter stören sollte dann lasse ich das kleine Einhand- oder auch Daumenmesser zuhause und nehme mein 20cm Filetiermesser mit. Das geht zur Not dann auch und scheint ja erlaubt zu sein.

  11. erwin sagt:

    @Gunter: Nur eine OWI, keine Straftat.
    @Stefan: Feststehende Messer nur bis 12cm Klingenlänge erlaubt.

  12. Alex sagt:

    Wie schaut es aus bei Jägern und Anglern? Wenn ich einen Angelschein besitze, darf ich so ein Klappmesser mitführen?

  13. erwin sagt:

    Beim Angeln schon. Hin/Rückweg ist schon fraglich.

  14. Ralf sagt:

    Mich interessiert das langsam nicht mehr, ich habe die Messer dabei und im Auto die ich für richtig halte…… Einhandmesser mit Gurtschneider, feststellbar! Wenn es illegal ist, ist mir das wurscht mittlerweile.
    Wer auf Nummer Sicher gehen will, es gibt schöne „legale“ Messer von Sanrenmu, die sind 42a konform.

  15. Karl Marx sagt:

    Was sagt ihr zu einer Machete mit 25 cm Klingenlänge ?
    Darf man die offen sichtbar führen ?

  16. tommy2000 sagt:

    Nimm das Samuraischwert und n Stirntuch und im Gürtel ne Wurfaxt 😉

  17. Yogi sagt:

    Die (gewählten) Gesetzgeber beschließen Gesetze (u.a. um „Schaden vom … abzuwenden“). Dabei sind Grenzen zu ziehen und diese erscheinen oft willkürlich und sind es auch (gilt für alle Gesetze). Mögliche extreme Grenzen wären gewesen: Alle Messer zu verbieten oder Messer egal welcher Art freizugeben. Beides nicht praktikabel oder zumindest nicht gewollt. Also werden Gesetze gemacht, die Grenzen möglichst sinnvoll irgendwo dazwischen setzen – und es muss dann Sorge getragen werden, dass diese Gesetze auch eingehalten werden. Wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit oder er macht sich strafbar. Eigentlich ist doch alles klar?!

    • RA Jede:
      Ganz so einfach ist es nicht, insbesondere bei Eingriffen in grundrechtlich geschützte Positionen (Eigentum, etc.) muß sich der Gesetzgeber schon etwas mehr einfallen lassen. Insbesondere müssen Eingriffe erforderlich sein.
  18. Hans-Dieter sagt:

    ..ein Messer habe ich nie in der Tasche aber ein Kreuzschlitzschraubendreher, wie lang er ist ? –keine ahnung und wie sieht er an der Spitze aus ? keine Ahnung

  19. OD sagt:

    Ich habe es so verstanden, dass erlaubt ist das Messer bei sich zu führen, wenn es in einem verschlossenen Behältnis ist. Also bspw. eine Messertasche oder eine Hülle.

  20. erwin sagt:

    VERschlossen bedeutet ‚ mit Schloß‘

  21. Matthias Kraft sagt:

    Langsam gehts zu ende mit dem Land, nichts geht mehr nur noch Vorschriften, und keiner kennt sich aus, Gesetze werden nicht mehr definiert, Worte wie unerheblich, gelegendlich … haben z.b. in einem Gesetz nichts verloren, hier kann man dann Jahre lang Anwälte beschäftigen, und bekommt kein Ergebniss. Der gesunde Menschenverstand wurde den Gesetzgebern schon lange wegstudiert.
    Ein Gesetz sollte so geschrieben sein, das es Ottonormalbürger zweifelsfrei versteht , und danach handeln kann.

  22. Richard Taube sagt:

    Ein Gesetz das Normalbürger verstehen und darum danach handeln können?
    Das wäre ja eher Teil der identitären Demokratie nach Rousseau.
    Ist leider nicht die Staats- und Regierungsform in Deutschland.

  23. Kevin sagt:

    So ich besitze zwei messer
    9cm klinge einhändig zu öffnen und arretiert.
    Das zweite schön 12 cm klinge Feststehend.
    Beide Survivalmesser (Gerber). Ich fahre viel Mtb und motorrad, arbeite an Haus und Hof, Dorfleben. Da geht das ohne einfach nicht, hab schon kabelbäume an der Simme repariert, zum Feuer machen genutzt, mal bier geöffnet, an der Arbeit Verpackungen geöffnet..

    Wenn ich die messer nicht nutzen darf hätte ich gerne einen ebenso praktischen Ersatz vom Vater Staat wenn er sonst in mir einen Mörder/Terroristen/Verbrecher und damit eine Bedrohung sieht…
    Oder muss ich mir wirklich bald meinen tomahawk an den Gürtel hängen.. der fällt durch die Gesetze durch aber damit kann man ja auch keinen töten.. hust
    Saftladen hier

  24. Jan O. sagt:

    Wer ein Gesetz verlangt, dass genau auf seinen Einzelfall mit laienhafter Herangehensweise völlig zweifelsfrei anzuwenden ist, hat offenbar das Prinzip eines Gesetzes nicht verstanden: Eine Verallgemeinerung ist gerade zwingend nötig, um die Vielzahl denkbarer Fallkonstellationen, die geregelt werden sollen, auch zu erfassen. Ob dann eine Formulierung dem Bestimmtheitsgebot noch entspricht, ist die nächste Frage. Das ist ja gerade das Dilemma, in dem der Gesetzgeber steckt. Bei der oben zitierten Vorschrift ist zumindest die Formulierung des „allgemein anerkannten Zwecks“ tatsächlich eher vage, stellt sich aber im Zusammenhang mit der vorherigen beispielhaften Aufzählung als letzte Ausnahmemöglichkeit dar, sozusagen um eventuell vom Gesetzgeber nicht bedachte Einsatzbereiche, bei denen ein Einhandmesser tatsächlich nötig ist, als Verwaltung oder Gericht noch berücksichtigen zu können. Der Gednake ist dabei: Wollen wir als Gesellschaft hier das Gefahrenpotential eines Einhandmessers in Kauf nehmen, weil es ohne tatsächlich nicht geht. Für das Zerschneiden eines Sicherheitsgurtes ist es aber eben nicht erforderlich, weil es speziell dafür ausgelegte Gurtschneider gibt, die nicht das Missbrauchspotential eines Einhandmessers besitzen. Das mag man gut oder schlecht finden, aber Tatsache ist: Wer sich mit der Rechtslage beschäftigt, kann eigentlich nicht automatisch davon ausgehen, dass der hier im Fall verfolgte Zweck allgemein anerkannt ist und sollte dann lieber aufs Einhandmesser verzichten. Das Problem ist wohl eher, dass die Gesetzeslage allzu unbekannt ist.

  25. Thomas G. sagt:

    An Hr. Jan O.
    was sind Sie von Beruf? So spricht nur jemand der in der glücklichen Lage ist so ein Messer eben nicht zu brauchen! >Zitat“ Der Gednake ist dabei: Wollen wir als Gesellschaft hier das Gefahrenpotential eines Einhandmessers in Kauf nehmen“ Sie wissen schon das auch mit einem Brotzeitmesser es möglich ist jemanden zu Schaden oder schlimmeres! > ist dann auf kurz oder lang zu befürchten das diese Messer auch weg müssen? wo ist den hier die Verhältnissmäsigkeit??
    Es regt mich maßlos auf, dass ich als vollmündiger Bürger so bevormundet werde!
    Ich warte noch auf ein Gesetz wie man sich den Arsch abwischen muss!
    Nach meiner Meinung hat hier, mal wieder, die „deutsche Juristerei“ gezeigt was sie kann! Ich bin alt genug das selbst zu entscheiden, kümmer euch um wichtige Sachen und haltet nicht die arbeitende Bevölkerung von der arbeit ab!!

  26. Andreas.G sagt:

    Das komische daran ist, ich kenne 1 Richter der so ein Einhandmesser generell in der Hosentasche bei sich hat und sogar auf Arbeit vor Kollegen sein Apfel schneidet. Sehr gesetzestreue.

  27. Mark sagt:

    Also das sich Butterfly Messer über 4 cm nicht im Besitz befinden darf is so ein Bullshit… Vllt nich rumtragen oder so ok, aber ich kann genauso gut mein Küchenmesser verstecken… und da gibts beim mitführen keine Strafe erst bei einem Drohversuch. Sprich irgendwann verpiss ich mich aus Deutschland. Dann kann ich endlich Messer sammeln wie ich will!

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