Waffenschein

Der Waffenschein berechtigt im Gegensatz zur Waffenbesitzkarte zum Führen von Waffen in der Öffentlichkeit mit Ausnahme bspw. bei Großveranstaltungen. Der Waffenschein wird häufig fälschlicherweise als synonym für die Waffenbesitzkarte benutzt. In der Praxis wird der Waffenschein allerdings nur in sehr seltenen Fällen ausgestellt. In Berlin beispielsweise sind nur ca. 240 Personen im Besitz eines Waffenscheins (Zum Vergleich: Es gibt 10.000 Waffenbesitzkarteninhaber in Berlin, 9.000 Träger des kleinen Waffenscheins.)

Fallbeispiel: Rechtsanwalt Jede, der als Jäger langjähriger Inhaber einer Waffenbesitzkarte ist, beantragte einen Waffenschein, da er seinerzeit für Mandanten bei Zwangsversteigerungen vom Immobilien Gebote abgab und dafür hohe sechsstellige Geldbarbeträge mitführen mußte. Dieser Antrag für den Waffenschein wurde aufgrund fehlenden Bedürfnisses abgelehnt mit der pampigen Begründung, dass man schließlich auch ein professionelles Geldtransportunternehmen engagieren könne. Die Kosten hierfür hätte jedoch ein Vielfaches des Mandathonorars ergeben. Jahre später erfolgte ein bewaffneter Überfall in einem solchen Zwangsversteigerungstermin, der dann zur Änderung der Gesetzeslage führte, so daß nun nicht mehr Bargeld mitgeführt werden muß.

Die wenigsten Bewachungsunternehmen erhalten Waffenscheine, da das „entsprechende Bedürfnis“ fehle. Plakativ ausgedrückt muss man – auch gemessen an anderen Erfahrungen – schon Barack Obama heißen, um den Waffenschein in Deutschland führen zu dürfen.